Energie-Cockpit – Strom, Wärme und Verbraucher im Smart Home

Das Energie-Cockpit führt die wichtigsten Energieflüsse unseres Hauses in einer gemeinsamen Auswertung zusammen. Es verbindet aktuelle Leistungen, langfristig gespeicherte Zählerstände und berechnete Kennzahlen aus den Bereichen Strom und Wärme.

Erfasst werden unter anderem die Photovoltaikanlagen, das Blockheizkraftwerk, Netzbezug und Einspeisung, der Batteriespeicher, die Wärmepumpe, der elektrische Heizstab sowie die über Wärmemengenzähler gemessene Heizwärme. Ergänzend werden ausgewählte Verbraucher und wirtschaftliche Kennzahlen betrachtet.

Ziel ist nicht nur eine möglichst umfangreiche Datensammlung. Die Auswertung soll verständlich zeigen, wo Energie erzeugt, verbraucht, gespeichert oder eingespeist wird und wie sich das System über Tage, Monate und Jahre entwickelt.

Warum ein eigenes Energie-Cockpit?

In einem Haus mit mehreren Strom- und Wärmeerzeugern reicht die Betrachtung eines einzelnen Zählers nicht aus. Photovoltaik, Blockheizkraftwerk, Batteriespeicher, Wärmepumpe und Netzanschluss beeinflussen sich gegenseitig. Erst die gemeinsame Auswertung macht sichtbar, wie die erzeugte Energie tatsächlich genutzt wird.

Das Energie-Cockpit verbindet deshalb aktuelle Betriebsdaten mit historischen Messwerten. Dadurch lassen sich nicht nur momentane Leistungen beobachten, sondern auch Monats- und Jahresvergleiche, Eigenverbrauch, Autarkie, Grundlast und langfristige Veränderungen untersuchen.

  • Aktuelle Energieflüsse verständlich darstellen
  • Stromerzeugung und Stromverbrauch gemeinsam auswerten
  • Netzbezug und Einspeisung langfristig vergleichen
  • Eigenverbrauch und Autarkie berechnen
  • Lade- und Entladevorgänge des Batteriespeichers berücksichtigen
  • Stromverbrauch der Wärmepumpe und weiterer Verbraucher untersuchen
  • Wärmeerzeugung und gemessene Heizwärme gegenüberstellen
  • Monats- und Jahreswerte miteinander vergleichen
  • Grundlast und ungewöhnliche Verbrauchsentwicklungen erkennen
  • Bekannte Messgrenzen und Bilanzlücken transparent dokumentieren

Stromerzeugung und Stromflüsse

Der elektrische Energiefluss beginnt bei den verschiedenen Erzeugungsanlagen. Der erzeugte Strom kann unmittelbar im Haus verbraucht, in den Batteriespeicher geladen oder in das öffentliche Netz eingespeist werden. Reicht die eigene Erzeugung nicht aus, wird zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen.

Photovoltaikanlagen

Auf verschiedenen Dach- und Gebäudeflächen sind mehrere Photovoltaikanlagen installiert. Ihre aktuellen Leistungen und langfristigen Erträge werden getrennt erfasst und im Energie-Cockpit zu einer Gesamtbetrachtung zusammengeführt.

Die Leistung der einzelnen Anlagen hängt von Ausrichtung, Verschattung, Jahreszeit und Wetter ab. Durch die getrennte Erfassung lässt sich erkennen, wie unterschiedlich sich die Anlagen verhalten und welchen Anteil sie an der gesamten Stromerzeugung haben.

Blockheizkraftwerk

Das Blockheizkraftwerk erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Erfasst werden unter anderem die aktuelle elektrische Leistung, die gesamte Stromerzeugung, die Einspeisung und die Betriebszeiten. Dadurch lässt sich nachvollziehen, welcher Anteil des erzeugten Stroms im Haus genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist wurde.

Die Wärmeerzeugung des Blockheizkraftwerks wird in der Wärmeauswertung getrennt vom elektrischen Teil betrachtet. Strom- und Wärmeseite gehören technisch zusammen, müssen für eine verständliche Bilanz jedoch unterschiedlich ausgewertet werden.

Direkter Eigenverbrauch

Wird selbst erzeugter Strom zeitgleich im Haus benötigt, kann er unmittelbar verbraucht werden. Dieser direkte Eigenverbrauch vermeidet sowohl Netzbezug als auch unnötige Lade- und Entladeverluste des Batteriespeichers.

Da sich Erzeugung und Verbrauch ständig verändern, wird der Eigenverbrauch nicht über einen einzelnen Zähler abgelesen. Er entsteht aus dem Zusammenspiel von Erzeugung, Einspeisung, Netzbezug, Speicherbewegungen und Hausverbrauch.

Netzbezug und Einspeisung

Über den Netzanschluss wird erfasst, wie viel Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen und wie viel überschüssige Energie eingespeist wird. Diese beiden Werte gehören zu den wichtigsten Grundlagen für die langfristige Energiebilanz.

Ein hoher Netzbezug zeigt, dass der momentane Verbrauch nicht durch eigene Erzeugung und Batteriespeicher gedeckt werden konnte. Eine Einspeisung entsteht dagegen, wenn mehr Strom erzeugt wird, als gleichzeitig im Haus verbraucht oder gespeichert werden kann.

Batteriespeicher

Der Batteriespeicher nimmt überschüssigen Strom auf und stellt ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder für das Haus bereit. Im Energie-Cockpit werden unter anderem Ladezustand, Lade- beziehungsweise Entladeleistung und langfristige Energiebewegungen berücksichtigt.

Beim Laden und Entladen entstehen technische Verluste. Deshalb darf die durch den Speicher bewegte Energie nicht einfach zusätzlich zur Stromerzeugung oder zum Verbrauch addiert werden. Der Speicher verschiebt Energie zeitlich, erzeugt sie aber nicht selbst.

Vereinfachter Stromfluss

  • Photovoltaik und Blockheizkraftwerk erzeugen Strom.
  • Der aktuelle Hausverbrauch wird möglichst direkt aus der eigenen Erzeugung gedeckt.
  • Überschüssiger Strom kann den Batteriespeicher laden.
  • Ist der Speicher vollständig geladen oder kann keine weitere Leistung aufnehmen, wird Strom eingespeist.
  • Reichen Eigenerzeugung und Speicherleistung nicht aus, wird Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen.

Stromverbrauch und ausgewählte Verbraucher

Auf der Verbrauchsseite werden der gesamte Strombedarf des Hauses und ausgewählte größere Verbraucher betrachtet. Nicht jedes einzelne Gerät besitzt einen eigenen Zähler. Deshalb setzt sich die Auswertung aus dem Gesamtverbrauch, separat gemessenen Anlagen und rechnerisch verbleibenden Verbrauchsanteilen zusammen.

Gesamter Hausverbrauch

Der gesamte Stromverbrauch des Hauses umfasst Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik, Server, Pumpen, Steuerungen und weitere elektrische Verbraucher. Er verändert sich ständig und wird aus den verfügbaren Erzeugungs-, Speicher- und Netzflussdaten abgeleitet beziehungsweise über vorhandene Zähler erfasst.

Die gemeinsame Betrachtung zeigt, wie viel elektrische Energie insgesamt benötigt wird und welcher Anteil davon durch Photovoltaik, Blockheizkraftwerk, Batteriespeicher oder das öffentliche Netz bereitgestellt wurde.

Wärmepumpe

Die Wärmepumpe gehört zu den größeren elektrischen Verbrauchern des Hauses. Ihr Stromverbrauch, ihre Betriebsstunden und die Anzahl der Starts werden erfasst. Dadurch lässt sich untersuchen, wie sich Außentemperatur, Wärmebedarf und Betriebsweise auf den Stromverbrauch auswirken.

Für eine vollständige Bewertung reicht der Stromverbrauch allein nicht aus. Entscheidend ist auch, wie viel nutzbare Wärme bereitgestellt wird. Strom- und Wärmeseite werden deshalb im Energie-Cockpit getrennt erfasst und anschließend gemeinsam bewertet.

Elektrischer Heizstab

Der elektrische Heizstab führt dem Heizungspuffer zusätzliche Wärme zu. Seine elektrische Leistung und die aufgenommene Arbeit werden separat erfasst. Dabei gilt vereinfacht: Eine Kilowattstunde Strom entspricht einer Kilowattstunde zugeführter Wärme.

Auf der Stromseite erscheint der Heizstab als eigener Verbraucher. In der Wärmebilanz wird er dagegen auf der Erzeuger- beziehungsweise Zufuhrseite ausgewiesen. Seine Wärme darf nicht noch einmal zusätzlich zur über die Heizkreise gemessenen Nutzwärme addiert werden.

Batteriespeicher als Verbraucher und Lieferant

Beim Laden nimmt der Batteriespeicher elektrische Energie auf und erscheint damit zunächst wie ein Verbraucher. Beim Entladen stellt er Energie wieder für das Haus bereit. Für eine korrekte Bilanz müssen beide Richtungen getrennt betrachtet werden.

Die Differenz zwischen eingeladener und später wieder entnommener Energie entspricht unter anderem den Speicherverlusten. Diese Verluste gehören zum tatsächlichen Energieverbrauch des Gesamtsystems.

Grundlast des Hauses

Als Grundlast wird der Stromverbrauch bezeichnet, der auch dann vorhanden ist, wenn nur wenige aktiv genutzte Geräte laufen. Dazu gehören beispielsweise Netzwerkgeräte, Server, Steuerungen, Umwälzpumpen, Kühlgeräte und Verbraucher im Bereitschaftsbetrieb.

Im Energie-Cockpit wird die nächtliche Grundlast über einen festgelegten Zeitraum untersucht. Veränderungen können auf neue Dauerverbraucher, veränderte Betriebsweisen oder technische Probleme hinweisen.

Weitere erfasste Verbraucher

Soweit eigene Zähler oder geeignete Messwerte vorhanden sind, können weitere Verbraucher separat ausgewertet werden. Dazu zählen beispielsweise Heizungsanlagen, technische Geräte oder andere größere Stromabnehmer.

Nicht separat gemessene Geräte bleiben Bestandteil des gesamten Hausverbrauchs. Die Summe der Einzelverbraucher darf deshalb nicht mit dem vollständigen Hausverbrauch verwechselt werden.

Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung

Die Wärmeseite unterscheidet zwischen zugeführter beziehungsweise erzeugter Wärme und der tatsächlich über die Heizkreise abgegebenen Nutzwärme. Diese Trennung ist wichtig, weil einzelne Wärmeerzeuger in einen gemeinsamen Heizungspuffer einspeisen, während der Wärmeverbrauch an anderer Stelle gemessen wird.

Nicht jeder Wärmestrom besitzt einen eigenen Zähler. Deshalb werden direkt gemessene Werte, berechnete Wärmemengen und bekannte Bilanzlücken im Energie-Cockpit getrennt gekennzeichnet.

Wärmeerzeugung des Blockheizkraftwerks

Das Blockheizkraftwerk erzeugt neben Strom auch Wärme. Die Wärmeseite wird aus den erfassten Betriebszeiten und der bekannten thermischen Leistung berechnet. Dadurch lässt sich abschätzen, wie viel Wärme das Blockheizkraftwerk dem Heizsystem im jeweiligen Zeitraum bereitgestellt hat.

Da es sich um einen berechneten Wert handelt, wird diese Wärmemenge entsprechend gekennzeichnet. Sie beschreibt die Erzeugerseite und ist nicht mit der tatsächlich über die Heizkreise abgegebenen Nutzwärme gleichzusetzen.

Wärmepumpe

Die Wärmepumpe nutzt elektrische Energie, um dem Heizsystem Wärme bereitzustellen. Ihr Stromverbrauch, ihre Betriebsstunden und ihre Starts werden erfasst. Dadurch lässt sich die elektrische Verbrauchsseite zuverlässig auswerten.

Die tatsächlich bereitgestellte Wärmemenge wird nicht für jeden einzelnen Wärmeerzeuger separat an den Heizkreisen gemessen. Deshalb wird die Wärmepumpe innerhalb der Gesamtbilanz gemeinsam mit den weiteren Wärmequellen und der über die Wärmemengenzähler erfassten Nutzwärme betrachtet.

Solarthermie

Die Solarthermie führt dem Heizungs- beziehungsweise Warmwassersystem Wärme aus Sonnenenergie zu. Wie der elektrische Heizstab wirkt sie auf der Zufuhrseite und unterstützt den gemeinsamen Wärmespeicher.

Die solar zugeführte Wärme darf nicht zusätzlich zur bereits über die Heizkreise gemessenen Nutzwärme addiert werden. Sie ist ein Bestandteil der Wärme, die später über das Heizsystem oder die Warmwasserbereitung genutzt wird.

Elektrischer Heizstab auf der Wärmeseite

Der elektrische Heizstab wandelt Strom direkt in Wärme um und speist diese in den Heizungspuffer ein. Eine Kilowattstunde aufgenommener Strom entspricht dabei vereinfacht einer Kilowattstunde zugeführter Wärme.

Im Energie-Cockpit wird der Heizstab deshalb auf der Erzeuger- beziehungsweise Zufuhrseite separat ausgewiesen. Seine Wärme wird jedoch nicht zusätzlich zur gemessenen Nutzwärme addiert, weil sie in der später über die Heizkreise abgegebenen Wärme bereits indirekt enthalten ist.

Heizungspuffer als gemeinsame Drehscheibe

Mehrere Wärmequellen speisen ihre Energie in einen gemeinsamen Heizungspuffer ein. Der Puffer trennt Wärmeerzeugung und Wärmeverbrauch zeitlich voneinander. Wärme kann dadurch zunächst gespeichert und später an die Heizkreise oder weitere Verbraucher abgegeben werden.

Beim Speichern und Verteilen entstehen Verluste. Außerdem können sich Erzeugung und gemessene Abgabe zeitlich verschieben. Deshalb stimmen die Summen der Wärmeerzeuger und Wärmemengenzähler innerhalb kurzer Zeiträume nicht zwangsläufig exakt überein.

Gemessene Nutzwärme der Heizkreise

Die tatsächlich an die beheizten Gebäudebereiche abgegebene Wärme wird über zwei Wärmemengenzähler erfasst. Weitere Wärmemengenzähler für die Heizkreise sind nicht vorhanden.

Wärmemengenzähler Erdgeschoss

Der Wärmemengenzähler des Erdgeschosses erfasst die Wärme, die über den dortigen Heizkreis an die Räume abgegeben wird. Damit steht für diesen Gebäudebereich eine direkt gemessene Nutzwärme zur Verfügung.

Wärmemengenzähler Obergeschoss und Dachgeschoss

Ein zweiter Wärmemengenzähler erfasst gemeinsam die über den Heizkreis an Obergeschoss und Dachgeschoss abgegebene Wärme. Zusammen mit dem Zähler des Erdgeschosses bildet dieser Wert die gemessene Heizwärme des wassergeführten Heizsystems.

Gesamte gemessene Heizwärme

Die gemessene Heizwärme ergibt sich aus der Summe der beiden Wärmemengenzähler für Erdgeschoss sowie Obergeschoss und Dachgeschoss. Diese Summe beschreibt die Nutzwärme, die über die erfassten Heizkreise tatsächlich an das Gebäude abgegeben wurde.

Wärme aus Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Solarthermie oder elektrischem Heizstab darf nicht nochmals zu dieser Nutzwärme addiert werden. Diese Anlagen beschreiben die Erzeuger- beziehungsweise Zufuhrseite, während die Wärmemengenzähler die Verbrauchsseite erfassen.

Nicht vollständig erfasste Wärmeflüsse

Die Differenz zwischen den erfassten Wärmeerzeugern und der über die beiden Heizkreise gemessenen Nutzwärme ist nicht automatisch ein Messfehler. Sie kann mehrere Wärmeflüsse und Verluste enthalten, die nicht durch eigene Wärmemengenzähler erfasst werden.

Warmwasserbereitung

Für die Warmwasserbereitung ist kein eigener Wärmemengenzähler vorhanden. Der dafür benötigte Wärmeanteil kann deshalb nicht vollständig von der Raumheizung getrennt ausgewiesen werden und bleibt Bestandteil der bekannten Bilanzdifferenz.

Speicher- und Verteilverluste

Beim Speichern der Wärme im Heizungspuffer und beim Transport durch Leitungen entstehen Verluste. Auch Wärmeabgaben innerhalb des Heizraums oder entlang der Rohrleitungen werden von den beiden Heizkreis-Wärmemengenzählern nicht vollständig erfasst.

Splitgerät im Obergeschoss und Dachgeschoss

Im Obergeschoss beziehungsweise Dachgeschoss ist zusätzlich ein Splitgerät vorhanden, das direkt heizen und kühlen kann. Seine elektrische Aufnahme und seine Wärme- beziehungsweise Kälteabgabe werden derzeit nicht separat erfasst.

Die vom Splitgerät bereitgestellte Wärme ist deshalb weder in den beiden Wärmemengenzählern noch in den elektrischen Einzelverbrauchern enthalten. Diese bekannte Bilanzlücke wird im Energie-Cockpit ausdrücklich dokumentiert.

Vereinfachter Wärmefluss

  • Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Solarthermie und Heizstab führen dem Heizsystem Wärme zu.
  • Der Heizungspuffer speichert und verteilt die zugeführte Wärme.
  • Die beiden Wärmemengenzähler erfassen die über die Heizkreise abgegebene Nutzwärme.
  • Warmwasser, Speicherverluste und Verteilverluste sind nicht vollständig separat messbar.
  • Das Splitgerät heizt und kühlt direkt und bleibt eine bekannte Bilanzlücke.
  • Erzeugte beziehungsweise zugeführte Wärme und gemessene Nutzwärme werden deshalb getrennt ausgewiesen.

Kennzahlen und langfristige Vergleiche

Aus den gemessenen und berechneten Energiedaten entstehen Kennzahlen, mit denen sich der Betrieb des Hauses über längere Zeiträume beurteilen lässt. Dabei werden Stromerzeugung, Verbrauch, Netzbewegungen, Speicher und Wärme nicht isoliert, sondern in ihrem Zusammenhang betrachtet.

Kennzahlen vereinfachen komplexe Zusammenhänge, dürfen aber nur auf Grundlage passender und ausreichend vollständiger Messwerte berechnet werden. Berechnete Werte, Schätzungen und bekannte Datenlücken werden deshalb entsprechend gekennzeichnet.

Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms

Der Eigenverbrauch beschreibt, welcher Anteil des selbst erzeugten Stroms im eigenen Haus genutzt wird. Dazu gehört sowohl der unmittelbar verbrauchte Strom als auch Energie, die zunächst in den Batteriespeicher geladen und später im Haus verwendet wird.

Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird, zählt nicht zum Eigenverbrauch. Ein hoher Eigenverbrauch zeigt, dass ein großer Teil der eigenen Erzeugung im Gebäude genutzt werden konnte.

Autarkie

Die Autarkie beschreibt, welcher Anteil des gesamten Stromverbrauchs durch eigene Erzeugung gedeckt wurde. Je geringer der notwendige Netzbezug im Verhältnis zum Gesamtverbrauch ist, desto höher ist die Autarkie.

Eine vollständige Autarkie ist nicht automatisch das wirtschaftlich oder technisch sinnvollste Ziel. Entscheidend ist vielmehr ein ausgewogenes Verhältnis zwischen eigener Erzeugung, Verbrauch, Speichergröße, Verlusten und Kosten.

Nächtliche Grundlast

Die Grundlast wird aus dem Stromverbrauch in einem festgelegten nächtlichen Zeitraum ermittelt, in dem normalerweise nur wenige aktiv genutzte Geräte laufen. Dadurch lässt sich der dauerhaft vorhandene Strombedarf des Hauses abschätzen.

Steigt die Grundlast dauerhaft an, kann dies auf zusätzliche Dauerverbraucher, geänderte Betriebszeiten, Geräte im Bereitschaftsbetrieb oder einen technischen Fehler hinweisen. Einzelne Nächte sind dafür weniger aussagekräftig als längere Zeiträume.

Monatsvergleiche

Monatswerte zeigen saisonale Unterschiede bei Photovoltaik, Wärmebedarf, Netzbezug und Stromverbrauch. Sommer- und Wintermonate können dadurch getrennt betrachtet und mit den entsprechenden Zeiträumen früherer Jahre verglichen werden.

Bei der Bewertung müssen Wetter, Außentemperatur, Sonneneinstrahlung und unterschiedliche Monatslängen berücksichtigt werden. Eine reine Gegenüberstellung der absoluten Energiemengen erklärt deshalb nicht jede Veränderung.

Jahresvergleiche

Jahresauswertungen eignen sich besonders für die langfristige Betrachtung des gesamten Energiesystems. Sie zeigen, wie sich Stromerzeugung, Netzbezug, Einspeisung, Wärmeverbrauch und einzelne Anlagen über mehrere Jahre entwickelt haben.

Dadurch werden die Auswirkungen neuer Anlagen, geänderter Einstellungen, energetischer Verbesserungen oder veränderter Nutzungsgewohnheiten sichtbar. Auch außergewöhnliche Jahre lassen sich leichter erkennen und einordnen.

Effizienz und Wirkungsgrade

Eine belastbare Effizienzkennzahl benötigt sowohl eine möglichst genaue Eingangsenergie als auch eine zuverlässig gemessene Nutzenergie. Sind einzelne Werte nur berechnet oder nicht vollständig erfasst, kann auch die daraus entstehende Kennzahl nur als Näherung verstanden werden.

Bewertung des Blockheizkraftwerks

Beim Blockheizkraftwerk werden Stromerzeugung, Betriebszeiten und Brennstoffverbrauch gemeinsam betrachtet. Die zugeführte Brennstoffenergie kann aus dem Heizölverbrauch berechnet werden. Die Wärmeerzeugung wird aus Betriebszeit und thermischer Leistung abgeschätzt.

Da die Wärmeseite nicht über einen eigenen Wärmemengenzähler direkt am Blockheizkraftwerk erfasst wird, sind thermischer und gesamter Wirkungsgrad berechnete Näherungswerte. Die elektrische Stromerzeugung ist dagegen über den vorhandenen Erzeugungszähler direkt nachvollziehbar.

Bewertung der Wärmepumpe

Für die Wärmepumpe werden Stromverbrauch, Betriebsstunden und Starts erfasst. Eine genaue Arbeitszahl erfordert zusätzlich die separat von der Wärmepumpe erzeugte Wärmemenge.

Da die Nutzwärme erst gemeinsam über die beiden Heizkreise gemessen wird und mehrere Wärmeerzeuger in den Puffer einspeisen, lässt sich die Arbeitszahl der Wärmepumpe aus den vorhandenen Werten nicht eindeutig bestimmen. Im Energie-Cockpit wird deshalb keine scheinbar exakte Effizienz ausgewiesen.

Speicherwirkungsgrad

Für den Batteriespeicher werden eingeladene und wieder abgegebene Energiemengen miteinander verglichen. Die Differenz entsteht durch Umwandlungs-, Speicher- und Bereitschaftsverluste.

Ein Speicher kann Eigenverbrauch und Autarkie erhöhen, verbraucht dabei aber selbst einen Teil der Energie. Diese Verluste werden in der Gesamtbilanz berücksichtigt und nicht als zusätzlicher Hausverbrauch verborgen.

Datenqualität und Vertrauen in die Auswertung

Nicht jeder Zeitraum besitzt dieselbe Datenqualität. Fehlende Messwerte, Zählerwechsel, Kommunikationsstörungen oder nachträglich importierte Daten können die Genauigkeit einzelner Auswertungen beeinflussen.

Das Energie-Cockpit bewertet deshalb, wie vollständig die benötigten Daten für einen Zeitraum vorhanden sind. Ergebnisse mit unvollständiger Datengrundlage werden entsprechend gekennzeichnet, damit sie nicht mit vollständig gemessenen Zeiträumen gleichgesetzt werden.

Umgang mit Datenlücken

Kurze Unterbrechungen können abhängig vom Messwert rechnerisch überbrückt oder bei Summenbildungen berücksichtigt werden. Größere Lücken werden dagegen nicht unbemerkt mit erfundenen Werten gefüllt.

Historische Zählerstände, manuell ergänzte Jahreswerte und Schätzungen werden getrennt von laufend erfassten Messdaten behandelt. So bleibt nachvollziehbar, auf welcher Grundlage eine Kennzahl entstanden ist.

Wirtschaftliche Auswertung

Neben den Energiemengen betrachtet das Energie-Cockpit auch die wirtschaftliche Seite des Anlagenbetriebs. Dazu werden Strombezug, Einspeisung, Eigenverbrauch, Brennstoffkosten und weitere hinterlegte Vergütungen oder Erstattungen ausgewertet.

Die Berechnungen dienen vor allem dem langfristigen Vergleich. Sie ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Abrechnung, zeigen aber nachvollziehbar, wie sich Erzeugung, Verbrauch und Energiekosten über die Jahre entwickelt haben.

Kosten des Netzbezugs

Die Kosten des aus dem öffentlichen Netz bezogenen Stroms ergeben sich aus der gemessenen Energiemenge und dem für den jeweiligen Zeitraum hinterlegten Strompreis. Da sich Tarife und Preisbestandteile verändern können, werden die Werte jahres- beziehungsweise zeitraumabhängig gepflegt.

Die Darstellung zeigt sowohl die tatsächlichen Bezugskosten als auch den Anteil, der durch eigene Stromerzeugung und Batteriespeicher vermieden werden konnte.

Wert des selbst verbrauchten Stroms

Selbst erzeugter und direkt im Haus genutzter Strom reduziert den notwendigen Netzbezug. Sein wirtschaftlicher Wert orientiert sich deshalb grundsätzlich an den vermiedenen Bezugskosten.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass eingespeister Strom möglicherweise eine Vergütung erhalten hätte. Für eine wirtschaftliche Betrachtung können deshalb vermiedene Bezugskosten und entgangene Einspeisevergütung gegenübergestellt werden.

Einspeisevergütung der Photovoltaikanlagen

Die Photovoltaikanlagen wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Betrieb genommen und besitzen deshalb unterschiedliche Vergütungszeiträume und Vergütungssätze. Die eingespeisten Energiemengen werden den jeweils hinterlegten Anlagen und Zeiträumen zugeordnet.

Nach dem Ende einer festen Vergütungsperiode kann sich die wirtschaftliche Bewertung ändern. Historische und aktuelle Einnahmen werden deshalb getrennt betrachtet, statt für alle Jahre mit einem einheitlichen Satz zu rechnen.

Einspeisung des Blockheizkraftwerks

Auch der vom Blockheizkraftwerk erzeugte und nicht selbst verbrauchte Strom kann in das öffentliche Netz eingespeist werden. Für die wirtschaftliche Auswertung werden die gemessene Einspeisung und die für den jeweiligen Zeitraum hinterlegten Vergütungsbedingungen berücksichtigt.

Da sich Vergütungen und Zuschläge im Laufe der Betriebsjahre ändern oder auslaufen können, erfolgt die Berechnung nicht pauschal über den gesamten Anlagenzeitraum.

Brennstoffkosten des Blockheizkraftwerks

Der Brennstoffverbrauch des Blockheizkraftwerks wird aus den Betriebszeiten und dem bekannten Verbrauch pro Betriebsstunde berechnet. Zusammen mit dem hinterlegten Heizölpreis entstehen daraus die geschätzten Brennstoffkosten des jeweiligen Zeitraums.

Diese Kosten stehen der erzeugten elektrischen und thermischen Energie gegenüber. Da die Wärmeerzeugung berechnet und nicht direkt am Blockheizkraftwerk gemessen wird, bleibt auch die daraus abgeleitete wirtschaftliche Wärmebewertung eine Näherung.

Mineralölsteuer-Erstattung

Soweit für einen Zeitraum eine entsprechende Erstattung berücksichtigt werden soll, wird sie mit einem separat hinterlegten Betrag oder Satz berechnet. Die Eingabe erfolgt jahresabhängig, da Voraussetzungen und Höhe nicht für alle Zeiträume identisch sein müssen.

Ist für ein Jahr kein Erstattungswert hinterlegt oder wurde ausdrücklich 0 Euro angegeben, wird auch keine Erstattung berechnet. Dadurch entstehen keine fiktiven Einnahmen in Jahren ohne entsprechenden Anspruch oder ohne eingetragene Grundlage.

Wirtschaftlicher Nutzen des Batteriespeichers

Der Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen und teuren Netzbezug in andere Tageszeiten verschieben. Sein wirtschaftlicher Nutzen ergibt sich jedoch nicht allein aus der gespeicherten Energiemenge.

Speicherverluste, Anschaffungskosten, Alterung und entgangene Einspeisevergütung müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Das Energie-Cockpit bewertet deshalb zunächst die tatsächlich verschobenen Energiemengen und die vermiedenen Bezugskosten, ohne daraus automatisch eine vollständige Amortisationsrechnung abzuleiten.

Kosten und Nutzen gemeinsam betrachten

Einzelne Einnahmen oder Einsparungen dürfen nicht isoliert bewertet werden. Eine hohe Einspeisevergütung kann beispielsweise eine andere Betriebsstrategie sinnvoll machen als ein hoher Strombezugspreis. Ebenso können Brennstoffkosten, Speicherverluste und Wartung den wirtschaftlichen Vorteil einer Anlage verändern.

Das Energie-Cockpit stellt deshalb Erzeugung, Eigenverbrauch, Einspeisung, Bezug und die hinterlegten Kosten gemeinsam dar. Ziel ist eine nachvollziehbare Gesamtbetrachtung und keine nachträgliche Schönrechnung einzelner Anlagen.

Vermiedenes CO₂

Aus selbst erzeugtem und genutztem Strom kann eine rechnerische CO₂-Einsparung abgeleitet werden. Dafür wird die Energiemenge mit einem hinterlegten Vergleichswert für den vermiedenen Netzstrom beziehungsweise den betrachteten Energieträger bewertet.

Die Kennzahl ist eine Modellrechnung und keine direkte Messung. Ihr Ergebnis hängt von den verwendeten Emissionsfaktoren und den gewählten Systemgrenzen ab. Deshalb werden die zugrunde liegenden Annahmen dokumentiert und bei langfristigen Vergleichen möglichst einheitlich angewendet.

Darstellung und Bedienung des Energie-Cockpits

Die umfangreichen Messwerte und Berechnungen werden in einer gemeinsamen Weboberfläche dargestellt. Ziel ist eine verständliche Übersicht, ohne Strom, Wärme, Kosten und Datenqualität in einer einzigen unübersichtlichen Zahlenmenge zu vermischen.

Je nach Fragestellung können aktuelle Zustände, einzelne Tage, Monate oder vollständige Jahre betrachtet werden. Kennzahlen, Diagramme und Erläuterungen passen sich dabei an den gewählten Zeitraum an.

Aktuelle Energieflüsse

Die aktuelle Ansicht zeigt die momentan verfügbaren Leistungen und Betriebszustände. Dazu gehören beispielsweise Photovoltaikleistung, elektrische Leistung des Blockheizkraftwerks, Netzbezug oder Einspeisung, Lade- beziehungsweise Entladeleistung des Batteriespeichers und ausgewählte Verbraucher.

Diese Momentanwerte eignen sich zur Kontrolle des laufenden Betriebs. Für eine energetische Bewertung sind jedoch zusätzlich die über einen Zeitraum aufsummierten Energiemengen erforderlich.

Tagesansicht

Die Tagesansicht zeigt, wie sich Erzeugung, Verbrauch, Netzfluss und Speicher im Tagesverlauf verändert haben. Dadurch werden typische Abläufe wie morgendlicher Verbrauch, Photovoltaikerzeugung am Mittag, Speicherladung und abendliche Entladung sichtbar.

Auch ungewöhnliche Leistungsspitzen oder längere Phasen mit Netzbezug lassen sich in dieser Darstellung leichter erkennen und zeitlich den beteiligten Anlagen zuordnen.

Monatsansicht

In der Monatsansicht werden Tageswerte zu einem zusammenhängenden Zeitraum verdichtet. Sie zeigt unter anderem Stromerzeugung, Netzbezug, Einspeisung, Eigenverbrauch und ausgewählte Verbrauchswerte des gesamten Monats.

Der Vergleich einzelner Tage macht sichtbar, wie stark Wetter, Außentemperatur, Nutzerverhalten und Anlagenbetrieb die Energiebilanz beeinflussen.

Jahresansicht

Die Jahresansicht fasst die langfristige Entwicklung des Energiesystems zusammen. Monatswerte zeigen die saisonalen Unterschiede zwischen sonnenreichen und verbrauchsintensiven Zeiträumen.

Mehrere Jahre können miteinander verglichen werden. Dadurch werden Veränderungen durch neue Anlagen, geänderte Einstellungen, Preisentwicklungen oder ein verändertes Verbrauchsverhalten nachvollziehbar.

Kennzahlen auf einen Blick

Wichtige Ergebnisse werden zusätzlich in kompakten Kennzahlenfeldern dargestellt. Dadurch lassen sich zentrale Aussagen erkennen, ohne zunächst jedes einzelne Diagramm auswerten zu müssen.

  • Stromerzeugung aus Photovoltaik und Blockheizkraftwerk
  • Gesamter Stromverbrauch
  • Netzbezug und Einspeisung
  • Eigenverbrauch und Autarkie
  • Lade- und Entladeenergie des Batteriespeichers
  • Nächtliche Grundlast
  • Stromverbrauch ausgewählter Verbraucher
  • Gemessene Heizwärme der beiden Heizkreise
  • Berechnete beziehungsweise zugeführte Wärmemengen
  • Energiekosten, Vergütungen und Einsparungen
  • Vermiedenes CO₂ als rechnerische Kennzahl

Diagramme und zeitliche Vergleiche

Linien- und Balkendiagramme stellen Energieverläufe und aufsummierte Werte grafisch dar. Je nach Auswertung können einzelne Datenreihen oder mehrere Anlagen gemeinsam betrachtet werden.

Liniendiagramme

Liniendiagramme eignen sich besonders für zeitlich veränderliche Leistungen, Temperaturen, Ladezustände und andere Momentanwerte. Sie zeigen, wann eine Anlage aktiv war und wie sich ein Wert im Tages- oder Wochenverlauf verändert hat.

Balkendiagramme

Balkendiagramme werden vor allem für Tages-, Monats- und Jahresmengen verwendet. Damit lassen sich beispielsweise Erzeugung, Verbrauch, Netzbezug oder Wärmemengen verschiedener Zeiträume direkt miteinander vergleichen.

Gemeinsame Darstellung mehrerer Werte

Mehrfachdiagramme zeigen zusammengehörige Messreihen in einer gemeinsamen Ansicht. So können beispielsweise Photovoltaikerzeugung, Hausverbrauch und Netzbezug oder die Wärmeabgabe verschiedener Gebäudebereiche miteinander verglichen werden.

Datenvertrauen und verständliche Hinweise

Das Energie-Cockpit zeigt nicht nur Ergebnisse, sondern bewertet auch die zugrunde liegende Datenlage. Ein Hinweis zum Datenvertrauen macht sichtbar, ob ein Zeitraum weitgehend vollständig erfasst wurde oder ob größere Datenlücken vorhanden sind.

Diese Bewertung verhindert, dass eine optisch exakt dargestellte Zahl automatisch als vollständig gemessener Wert verstanden wird. Besonders bei historischen Importen, berechneten Wärmemengen und bekannten Bilanzlücken bleibt die Herkunft der Daten erkennbar.

Hinweise direkt bei der Auswertung

Erläuterungen werden möglichst dort angezeigt, wo sie für das Verständnis benötigt werden. Dazu gehören Hinweise auf berechnete Werte, fehlende Zähler, nicht vollständig erfasste Verbraucher oder besondere wirtschaftliche Annahmen.

Dadurch muss der Benutzer nicht jede technische Einzelheit kennen, um eine Kennzahl richtig einordnen zu können. Gleichzeitig bleiben die Berechnungsgrundlagen für eine genauere Prüfung nachvollziehbar.

Datenquellen des Energie-Cockpits

Das Energie-Cockpit verbindet aktuelle Werte aus IP-Symcon mit archivierten Messdaten und langfristig gespeicherten Zählerständen. Abhängig vom Messwert werden Leistungen in kurzen Zeitabständen aufgezeichnet oder Zählerstände als Tageswerte in eigenen Datenbanktabellen gespeichert.

Für historische Zeiträume stehen teilweise importierte, manuell ergänzte oder berechnete Werte zur Verfügung. Die Herkunft der Daten wird berücksichtigt, damit direkt gemessene Werte nicht unbemerkt mit Schätzungen oder Modellrechnungen gleichgesetzt werden.

Aktuelle Werte aus IP-Symcon

IP-Symcon liefert die aktuellen Leistungen, Betriebszustände, Temperaturen, Zählerstände und Speicherwerte. Diese Daten bilden die Grundlage für die laufende Anzeige und werden teilweise zusätzlich archiviert.

Langfristige Zählerdaten

Für wichtige Energiezähler werden Tagesstände in eigenen MySQL-Tabellen gespeichert. Aus der Differenz aufeinanderfolgender Zählerstände entstehen die Verbräuche oder Erträge des jeweiligen Tages, Monats oder Jahres.

Diese Form der Speicherung eignet sich besonders für Strombezug, Einspeisung, Photovoltaikerträge, Wärmemengen und weitere fortlaufende Energiezähler.

Berechnete und abgeleitete Werte

Einige Größen werden nicht direkt gemessen, sondern aus vorhandenen Daten berechnet. Dazu gehören beispielsweise Eigenverbrauch, Autarkie, Grundlast, vermiedenes CO₂ sowie bestimmte Wärme- und Brennstoffmengen des Blockheizkraftwerks.

Solche Werte werden als berechnet oder geschätzt gekennzeichnet. Dadurch bleibt erkennbar, welche Ergebnisse auf einem direkten Zähler und welche auf einer Modellrechnung beruhen.

Praktische Nutzung im Alltag

Das Energie-Cockpit dient nicht nur der nachträglichen Statistik. Es hilft auch dabei, den laufenden Betrieb zu kontrollieren, ungewöhnliche Entwicklungen zu erkennen und Einstellungen der Anlagen besser zu beurteilen.

Anlagenbetrieb kontrollieren

Aktuelle Leistungen und Betriebszustände zeigen, ob Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerk, Batteriespeicher, Wärmepumpe und weitere Komponenten wie erwartet arbeiten. Ungewöhnliche Werte oder fehlende Daten können dadurch frühzeitig auffallen.

Verbrauchsentwicklungen erkennen

Monats- und Jahresvergleiche machen sichtbar, ob sich Strom- oder Wärmeverbrauch dauerhaft verändert haben. Dadurch können neue Verbraucher, geänderte Betriebszeiten oder technische Probleme gezielter untersucht werden.

Änderungen an Anlagen bewerten

Nach einer Anpassung an Heizung, Wärmepumpe, Batteriespeicher oder Steuerung lässt sich prüfen, ob sich Verbrauch, Laufzeiten oder Eigenverbrauch tatsächlich verändert haben. Einzelne Tage reichen dafür meist nicht aus; aussagekräftiger sind vergleichbare längere Zeiträume.

Plausibilitätsprüfung der Energiebilanz

Die gemeinsame Betrachtung von Erzeugung, Verbrauch, Netzbewegungen und Speicher hilft dabei, unplausible Werte zu erkennen. Größere Abweichungen können auf Datenlücken, falsche Zählerzuordnungen, Messfehler oder bislang nicht erfasste Energieflüsse hinweisen.

Fortlaufende Weiterentwicklung

Das Energie-Cockpit wird schrittweise weiterentwickelt. Neue Verbraucher, zusätzliche Auswertungen und verbesserte Plausibilitätsprüfungen werden ergänzt, wenn dafür ausreichend zuverlässige Messwerte zur Verfügung stehen.

Dabei hat eine nachvollziehbare Bilanz Vorrang vor möglichst vielen Kennzahlen. Werte, die mit der vorhandenen Messtechnik nicht belastbar bestimmt werden können, werden nicht als scheinbar exakte Ergebnisse dargestellt.

Energieauswertung im laufenden Smart Home

Ausgewählte Bereiche der tatsächlich verwendeten Smart-Home-Visualisierung können in der öffentlichen Ansicht angesehen werden. Bedienfunktionen, Einstellungen und sensible Daten bleiben geschützt.

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Fazit: Energie verständlich und ehrlich auswerten

Das Energie-Cockpit verbindet Stromerzeugung, Verbrauch, Netzbezug, Einspeisung, Batteriespeicher und Wärmeversorgung in einer gemeinsamen Auswertung. Dadurch werden Zusammenhänge sichtbar, die mit einzelnen Zählern oder getrennten Geräteanzeigen kaum zu erkennen wären.

Entscheidend ist die transparente Trennung zwischen direkt gemessenen, berechneten und nicht vollständig erfassten Energieflüssen. Das Ergebnis ist keine künstlich perfekte Bilanz, sondern eine möglichst nachvollziehbare Darstellung des tatsächlich vorhandenen Systems.

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